Papouasie

Expedition in Papua

Text von Franck Charton
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Leben bei den Korowai

Im feuchten Dschungel Papuas trotzt ein Mosaik indigener Völker, die über mehrere Millionen von Hektar verstreut leben, dem allmählichen Fortschritt der indonesischen Moderne. Unter diesen bedrohten Stämmen sind auch die Korowai, die für ihre geschickten Baumhauskonstruktionen in schwindelerregender Höhe bekannt sind. Eine Reise zu den Grenzen des Irdischen, gepaart mit einem starken menschlichen Abenteuer. Kurzum: ein fruchtbarer Boden für mich als Liebhaber entlegener Hütten und andersartiger Lebensformen.

Haben Sie schon einmal versucht, sich wie ein Seiltänzer auf einem riesigen Mikado- Stäbchen zu bewegen? Die Fortbewegung durch die sumpfigen Urwälder Papuas gleicht einer wahnsinnigen Geschicklichkeitsübung auf einem surrealen Flechtwerk aus Stämmen, Zweigen und Lianen, die über der Kloake schwimmen. Wehe dem, der das Gleichgewicht verliert: Übelriechender Schlamm, scharfe Dornen, Hautausschlag verursachende Blätter und gefrässige Insekten warten dort unten! Jeder Schritt, den man der pflanzlichen Abstraktion abringen kann, erscheint wie ein Sieg der Willenskraft, und jede Lichtung wie eine kurze Atempause in diesem existenziellen Kampf, welcher nach Demut verlangt und den wahren Charakter entlarvt. Ein lokaler Führer (Aser, ein sesshaft gewor- dener Korowai), ein anglophoner Vermittler, Koch und Dolmetscher (Bebas, Batak der Insel Sumatra und Experte der Gegend) und drei Träger bilden unsere kleine Kolonne. Doch was zum Teufel habe ich eigentlich hier verloren?

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