Namibie

Etosha-Nationalpark – Rettet die letzen Schuppentiere!


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Ein mit Schuppen bedeckter Körper, kleine Grabkrallen und eine lange, klebrige Zunge, um Ameisen und Termiten zu fressen. Das ist das Schuppentier, ein 30 bis 80 cm grosses Säugetier, das in Asien wie in Afrika grosse Begehrlichkeiten weckt. Als das weltweit am meisten gewilderte Tier hat es traurige Berühmtheit erlangt.

Das Steppenschuppentier (Manis temminckii) gehört zu den acht bekannten Arten. Es kommt in Afrika südlich der Sahara vor, steht aber auf den Märkten Asiens immer höher im Kurs, da seine asiatischen Vettern seltener werden, bzw. kurz vor der Ausrottung stehen. Eine 2017 in der Zeitschrift «Conservation Letters» veröffentlichte Studie ging davon aus, dass in den Wäldern Zentralafrikas jährlich zwischen 400’000 und 2,7 Millionen Schuppentiere Jägern zum Opfer fallen. Damit wären diese Zahlen in den vergangenen vierzig Jahren um 150 % gestiegen. Auf den Märkten versechsfachten sich die Preise für Riesenschuppentiere (Manis gigantea) und die Preise für baumlebende Schuppentiere (Phataginus) verdoppelten sich, was den bei den Schuppentieren Asiens beobachteten Trend widerspiegelt. Diese Zahlen sorgten für grosses Aufsehen und untermauerten die Feststellungen der in Afrika tätigen Naturforscher. Über dieses Tier ist wenig bekannt, denn es ist eines der wenigen Säugetiere, die sich praktisch nicht in Gefangenschaft züchten lassen. Aber in Namibia hat eine Frau sich Voraussetzungen geschaffen, um das Schuppentier zu schützen.

HERZENSANGELEGENHEIT UND SCHUTZ
Maria Diekmann reagierte ohne zu zögern. Die im Etosha-Nationalpark tätige Amerikanerin leitet den Verein REST (Rare and Endangered Species Trust), den sie im Jahr 2000 zur Rettung der Kapgeier gründete. Eines Tages brachte ihr jemand ein trächtiges Schuppentierweibchen und die Biologin setzte alles daran, es zu retten. Sie kümmerte sich Tag und Nacht um das Tier und sammelte dabei so viele Daten wie möglich. Das war eine historische Premiere und der Beginn der grossen Leidenschaft Marias für diese Spezies.
Seither macht es sich der Verein zur Aufgabe, Schuppentiere aufzunehmen, zu pflegen und wieder auszuwildern, die vor Wilderern, nach Verkehrsunfällen und vom Schwarzmarkt gerettet wurden. «Die Wilderer haben leichtes Spiel, denn zu seinem Schutz rollt sich das Schuppentier zur Kugel zusammen. Sie müssen sich nur noch bücken und es aufheben …», beklagt Maria. Im Gegensatz zu den afrikanischen Grosssäugern wird das Schuppentier nicht als Trophäe gejagt, sondern weil sein Fleisch als Delikatesse gilt und seinen Schuppen eine heilende und aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird.

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