Genf

Ethnographisches Museum Genf

Text von Muriel Grand
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Jean Dubuffet um die Art brut

Eine Ausstellung mit Werken Jean Dubuffets im MEG? Das mag überraschen. Dabei pflegte der Künstler eine besondere Beziehung zur Genfer Institution. Während einer Reise in die Schweiz im Jahr 1945, in deren Verlauf er das Konzept der Art brut definierte, begab sich Dubuffet tatsächlich ins MEG. Ein Besuch, der eine massgebliche Rolle bei seiner Suche nach einer eigenwilligen Kunst, ausserhalb der offiziellen Kunstwelt, spielte. Wie etliche seiner Zeitgenossen interessierte sich Dubuffet im Allgemeinen sehr für Ethnographie, sie nährte seine Überlegungen und Recherchen. «Wir möchten veranschaulichen, wie ein bedeutender Künstler der Moderne im ständigen Dialog mit der Ethnographie stand», erklärt der Kurator der Ausstellung, Baptiste Brun.

In «Jean Dubuffet, ein Barbar in Europa» kann man einige der wichtigsten Werke des französischen Künstlers bewundern, die sich sofort durch ihre ineinander verschlungenen, schwarz umrandeten Formen, ihre lebhaften Farben und ihre reliefartige Oberfläche zu erkennen geben. Dank der Leihgaben grosser europäischer Museen bietet die Ausstellung zudem die Gelegenheit, einen Einblick in sein vielseitiges Schaffen zu erlangen. Zeichnungen, Malereien, Collagen, Skulpturen … Dubuffet, der seine Werke in völliger Freiheit kreierte, experimentierte unentwegt mit Techniken und Stilen und lehnte es ab, sich in eine Schublade pressen zu lassen.

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