Die Welt der Märchen in Genf

Es war einmal…

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Die neue Sonderausstellung des MEG «Die Märchenfabrik» schafft einen wundervollen Rahmen für seine europäischen Sammlungen. Bei einem traumhaften Rundgang
können die Besucher ein kulturelles Erbe erleben, das Gross und Klein gleichermassen
anspricht.

Das Genfer Völkerkundemuseum Musée d’ethnographie de Genève (MEG) hatte die ausgezeichnete Idee, einige der weniger bekannten Objekte seiner europäischen Sammlungen in den Mittelpunkt einer Ausstellung über die Welt der Märchen zu stellen. Deren Konservatorin Federica Tamarozzi führt zunächst aus, dass «wenn wir das Märchen mit den Augen des Ethnologen betrachten wollen, wir es aus allen Blickwinkeln beleuchten und nicht nur das schillernde «Gewand» anschauen müssen, das ihm eine schöne Buchausgabe verleiht. Wobei es diese Form schon sehr früh annahm.»
Das MEG präsentiert seinen Besuchern daher keine Buchausstellung, sondern einen ausgesprochen originellen Rundgang und eine sehr ausgefeilte Analyse des Phänomens «Volksmärchen». Das erste aussergewöhnliche Objekt ist ein wundervolles schmiedeeisernes Tor, das Federica Tamarozzi in den Magazinen des Museums aufgestöbert hat. «Dieses in Genf gefertigte Tor stammt aus der Schlosserei Wanner und lag in unserem Magazin im D Dornröschenschlaf. Es bildet den perfekten Eingang für die Ausstellung, denn das Thema Schmiede und Schmied ist in der Welt der Märchen sehr präsent», erläutert die Konservatorin.
Bevor wir diese Schwelle ins Land der Fantasie überschreiten und unseren Alltag hinter uns lassen, lesen wir auf weissen Wänden die Inschrift «Es war einmal …» in nahezu vierzig europäischen Sprachen. Auf diese Weise wird veranschaulicht, dass Märchen in ganz Europa und weit darüber hinaus allgegenwärtig sind. Diese Tatsache hätte dazu verleiten können, die amerikanischen Märchenmotive der Disney-Studios in die Ausstellung aufzunehmen. Aber dem ist nicht so. Dieser Aspekt des Märchenerbes wird in der Ausstellung, die sich auf eine frühere Phase konzentriert, nicht thematisiert. «Es ist dennoch erstaunlich festzustellen, wie sehr Disney das Aussehen bestimmter Märchenfiguren hat erstarren lassen. Die Kinder glauben, dass Schneewittchen von jeher schwarzes Haar hatte und dass Aschenputtel ein aschenblaues Kleid tragen muss», merkt Federica Tamarozzi an.

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