Indonésie

Die Austronesier kennenlernen


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Auf Sawu und Sumba, Indonesiens südlichsten Inseln, finden sich einzigartige megalithische Spuren. Sie sind ein Erbe der ältesten bekannten maritimen Zivilisation, der Austronesier, mit anderen Worten der Zivilisation der «Inseln des Südwinds». Auf diesen Inseln, den trockensten des Archipels, herrscht vom Grund des Meeres bis zum Gipfel der Berge der Geist der Ahnen und der Pferde.

Vor etwa 20’000 Jahren lag der Meeresspiegel 150 Meter tiefer als heute, sodass Sumatra, Borneo, Java und Bali damals eine zusammenhängende Landmasse namens Sunda bildeten. Im Osten lag Sahul, eine zusammenhängende Landmasse, die aus Australien, Papua und einem Teil der Molukken bestand. Zwischen den beiden Wallacea, eine im 19. Jahrhundert von dem Botaniker Alfred Russel Wallace entdeckte Übergangszone, in der Sawu und Sumba liegen. Vor 11’500 und vor 8’000 Jahren zwangen zwei durch das Abschmelzen der Eisschilde verursachte Flutkatastrophen die Bewohner von Sunda und Sahul zum Umsiedeln. Neue Inseln entstanden und die Entfernung zwischen den Landmassen vergrösserte sich, sodass die Völker immer stärker isoliert wurden. Diese Katastrophen bildeten den Auftakt zu der grössten bekannten meeresüberspannenden Migration der Menschheitsgeschichte. Mit ihren bescheidenen Segelbooten eroberten die aus Sahul stammenden Austronesier den gesamten Pazifik und den Indischen Ozean von den Osterinseln bis nach Madagaskar. Als ausgezeichnete Seefahrer hatten sie eine besondere Beziehung zur Sonne, zum Mond, zum Ozean und zu den Steinen. Überall, wo sie hinkamen, errichteten sie Megalithen, die sich von Indien bis zum Pazifik, aber auch auf den indonesischen Inseln Sulawesi, Nias, Sumba und Sawu finden.

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