Reisen

Das Logbuch des Blog-Trotters

Texte de Bernard Pichon
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Jahr für Jahr reisen über eine Milliarde Menschen zu weltweiten Urlaubszielen. Gibt es unter ihnen noch wahre Entdecker? Die Erde hat viel Sehenswertes zu bieten, aber möglicherweise haben viele das Sehen verlernt.

Zurzeit erhebt sich ein anti-touristischer Aufstand und die Anti-Tourismus-Bewegung droht in eine Anti-Touristen-Bewegung, eine Spielart der Fremdenfeindlichkeit, umzuschlagen. Billig-Airlines bringen Sie für wenig Geld nach Barcelona, Berlin, Venedig oder Amsterdam. In den Städten sind die Folgen dieser neuen Völkerwanderung spürbar: Beschädigungen, Lärmbelästigungen, explodierende Mietpreise … bis schliesslich jene aus den Stadtzentren vertrieben werden, die eigentlich dort leben. Alle so genannten Reisenden sollten sich voll Demut eingestehen, dass auch sie – mehr oder weniger – Teil dieser Heerscharen von Eindringlingen sind.

In der Fremde Respekt und Einsicht an den Tag zu legen, lässt uns zumindest nicht zur Karikatur des «Ottonormaltouristen» mutieren. Im Internet rückt ein neuer Typus Reisender in den Mittelpunkt, nämlich der Typus der Blogger, die ständig Neues von ihren unzähligen Reisen über das World Wide Web verbreiten. Einige gehen dabei durchaus journalistisch zu Werke, während sich die meisten mit Selfies begnügen, die wie Trophäen präsentiert werden und vom Strandurlaub auf den Balearen oder von einer Safari im Zoo von Thoiry zeugen.

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